Bürger-Service

Gemeinde Postau

Am Kellerberg 2 a
84109 Wörth a.d. Isar

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Suchzeitraum: 01. März 2017 - 01. März 2018

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Geschichte des Ortes Postau

Der Name des Ortes Postau lautete bis zum Jahr 1800 „AU“, mittelhochdeutsche „AW“ geschrieben. Dieser Begriff ist wiederum sprachverwandt mit dem lateinischen Wort „aqua“ (Wasser), gotisch „alva“. Der Name AU bezeichnet eine Siedlung am Wasser oder an sumpfiger Stelle, wie es auch bei der Ortschaft Postau der Fall ist. Das heutige Kirchdorf Postau liegt vier Kilometer links der Isar, am Fuße der leichten Anhöhe, die das breite Flussbett einsäumt und 20 Kilometer nordostwärts der Kreisstadt Landshut, 388 Meter über dem Meeresspiegel. Die alte Römerstraße von Augsburg kommend über Freising, Landshut und auf der Höhe von Ergolding die Isar querend, führte an Postau vorbei. Ebenfalls war die Verbindungsstrasse aus dem Vilstal von hoher Bedeutung.

An der linksseitigen Hügelkette angelehnt liegen eine Reihe alter Siedlungen. Sumpfige Auen und Wasserarme machten das Gelände vor der Regulierung und Einbettung der Isar unwegsam und für größere Ansiedlungen wenig geeignet. Der Siedlungsweise nach ist Postau ein Straßendorf, d. h. die Häuser folgen dicht an die Straße gedrängt deren Verlauf.

3 km südlich von Postau liegt die Ortschaft Wörth an der Isar, 371 m über dem Meeresspiegel. Besitzrechtlich wurde Postau nie mit Wörth in Verbindung gebracht sondern war stets mit Oberköllnbach und deren Schloss- und Hofmarksherren verbunden. Der Ort Au war im Laufe der Jahrhunderte im Besitze der verschiedensten Adelsgeschlechter, bis er im Jahre 1720 in den Besitz der „Arco“ gelangte und Ende des 19. Jahrhunderts seine Selbständigkeit erreichte.

Die Pfarrei Postau war früher ein Benefizium der Pfarrei Moosthann. Die heutige Pfarrkirche ist „Unserer lieben Frau“ gewidmet und wurde um 1380 erbaut.

Im Jahre 1280 verkauft Gottfried von Grießenbach dem Kloster Seligenthal seine Burg Grießenbach mit allem Zubehör außer: „dou feoda quorum unum dicidur Gotsalci de Owe“. Das Lehen Gottschalks von Au ist ein erster Anhaltspunkt. 1332 tritt Chunrat der Metenbeck als Lehensherr eine Hube zu Aewe auf. Das Kloster Seligenthal kauft in der Folgezeit diese Hube, verkauft sie aber 1341 an Hauch den Ammann von Sand Veitz Puch und seinen Bruder Wernhart den Amman von Awe.

Das Geschlecht der Rechlinger in Au

In der ersten Zeit der akten- und urkundenmäßigen Feststellung von Au wird die Hofmark Au als den „Rechlinger“ gehörig erwähnt. Diese Geschlecht der Rechlinger sind also die nachweisbar ersten Besitzer von Au mit den damit verbundenen Rechten der niederen Gerichtsbarkeit.

Nach dem Verkauf der Hofmark Au an Georgen von Staudach ging der Ort 1401/1402 in den Besitz der Staudacher über.

Au unter den Staudachern

Die Staudacher sind ein sehr altes und angesehenes bayerischen Adelsgeschlecht gewesen. Sie besaßen sehr viele Güter und hielten ihr Stammhaus in der Stadt Landshut bis zu ihrem Aussterben aufrecht.

Der „Urtlbrief“ (Verkaufsbrief) mit dem Jörg von Staudach im Jahre 1401 oder 1402 die Hofmark Au erwarb, wurde 1413 in Au abgefasst.

Jörg´s Sohn Heinrich von Staudach lebte zur Zeit der Landshuter Hochzeit und war in mancherlei Geschäften für Heinrich den Reichen, dem Vater des Bräutigams der Landshuter Hochzeit, tätig.

Nach dem Tod der Gemahlin Heinrichs von Staudach kam Au durch Erbfolge nacheinander in die Hände der von Egloffstein, Murcher, Kuttenauer, Ebleben und Pflug.

Die Gumppenberger in Au

Die Gumppenberger sind eines der ältesten, vornehmsten und reichsten Adelsgeschlechter Altbayerns. Ihr Stammschloß Gumppenberg liegt nahe bei Pöttmes in Oberbayern. Martin von Gumppenberg wurde – nach eine Urkunde vom 24. April 1559 – Lehensherr der Hofmark Au und Unholzing. Martin war ein sehr streitsüchtiger Zeitgenosse und an Anlässen zu Fehden konnte es in jener Zeit nicht fehlen. Dazu kamen noch der Umsturz durch die Reformation. In eine solche Zeit hineingeboren hat Martin ein Leben voll Hader, Krieg, Eigenmächtigkeiten und Unfrieden gelebt. Er war ein tüchtiger Landsknechthauptmann und hat für die Zeit seiner Feldzüge unter Karl V. den Jörg Gadner als seinen Lehensträger bestellt.

Martin von Gumppenberg stritt sein Leben lang, wenn nicht im offenen Kampf, so daheim in mannigfachen Fehden und Prozessen bis zu seinem Tod 1561.

Da Martin keine Kinder hinterließ, erhielten die beiden Söhne seines verstorbenen Bruders die Hofmark Au und Unholzing.

Die Trainer als Hofmarksherren von Au

Benigna, eine spätere Erbin, verkaufte 1568 die Hofmark Au an einen Verwandten der Gumppenberger, an Hans Trainer. Der Kaufbrief wurde nachträglich 1569 unterzeichnet. Die Trainer sind eine sehr altes Adelsgeschlecht. Der römische Kaiser deutscher Nation Maximilian erhob die Trainer in den Adelsstand.

Hans Ludwig Trainer muß sich sehr viel in Au aufgehalten haben, denn sein Kind Susanna Trainer liegt hier begraben. 20 Jahre nach dem Tode seines Kindes, also 1592 verkauft Hans Ludwig Trainer die Hofmark Au an Adam Vetter von der Gilgen. Dessen Erbin war die Tochter Anna Maria, die sich im Jahre 1602 mit Ferdinand Freiherr von Törring und Seefeldt vermählte.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam durch die Heirat der Erbtochter Mechtildis von Törring, Au in die Herrschaft der Grafen von Haunsperg.

Die Grafen von Arco als letzte Herren von Au

Leopold Reichsgraf von Arco verehelichte sich im Jahr 1700 mit der Erbin aller Haunsperg´schen Güter Gräfing Maria Febronia von Haunsperg. Durch diese Heirat gingen nicht nur die Haunsperg´schen Besitzungen auf die Grafen von Arco über, sondern damit hatte das ruhmvolle Geschlecht der Arco´s auch in Deutschland wieder Fuß gefasst.

Ab 1808 entstanden in den deutschen Ländern die Gemeindeordnungen, die den Gemeinden in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre Selbständigkeit gaben.

In der Zeit um 1770 wurde in Au ein Carriolposten für Post-, Eilpost- und Privatstellwägen eröffnet. Die Postwägen auf der Linie Landshut-Straubing machten in Au Rast und wechselten im Poststall die Pferde. Als im Jahre 1856 die Eisenbahnlinie München-Landshut-Geiselhöring-Straubing eröffnet wurde, ging der Personen- und Postverkehr durch Au stark zurück. Mit der Eröffnung der Eisenbahn-

Linie Landshut-Landau im Jahre 1872 wurde der Carriolpostverkehr von Landshut nach Straubing und somit durch Au ganz eingestellt.

Dennoch hat dieser nur hundert Jahre unterhaltene Poststall ein Denkmal erhalten. Ihm ist es zu verdanken, dass die Ortsbezeichnung Au auf Post-Au und später Postau geändert wurde.

Bereits im Jahre 1911 schritt man in Postau zum Bau einer zentralen Wasserversorgung. Mit dem Bau der Wasserleitung wurde nicht nur die Versorgung mit Trink- und Nutzwasser sichergestellt, sondern durch den Einbau von Hydranten war auch die Entnahme von Löschwasser für den Brandschutz gewährleistet.

1918 begann die Allgemeine Elektrizitäts Gesellschaft München mit der Stromversorgung der Ortschaft Postau, die 1919 abgeschlossen werden konnte.

In den Jahren des zweiten Weltkrieges wurde Postau von Kriegsbeschädigungen größtenteils verschont. Am 30. April 1945 wurde Postau von den Amerikanern besetzt, die Verwaltung aufgelöst und jegliche Versammlung untersagt.

Postau schloss sich an die zentrale Wasserversorgung Mallersdorf-Pfaffenberg an. Im Jahre 1974 wurde aufgrund der regen Bautätigkeit eine Kläranlage für die Ortschaft Postau gebaut. Diese Anlage musste aufgrund der Aufnahmekapazität und politischer Vorgaben bereits vergrößert und verbessert werden, zuletzt 2002 mit einem Kostenaufwand von 1.163.232 Euro.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform schlossen sich die früheren Gemeinden Oberköllnbach, Moosthann, Unholzing und Grießenbach zu einer „Gemeinde Postau“ zusammen. Am 01.05.1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Wörth/Isar gegründet. Dieser VG gehören die Gemeinden Wörth/Isar, Postau und Weng an. Zugleich gründeten die Gemeinden Weng und Postau einen Schulverband. Zur Zeit besuchen 256 Kinder die Schulen in Postau und Weng und 98 den gemeinsamen Kindergarten in Weng.

Am 02.10.1978 wurde die neu erbaute Turnhalle an der Schulstraße ihrer Bestimmung übergeben. Im August 1983 wurde die Genehmigung zum Bau einer Grund- und Teilhauptschule ausgesprochen. Die Fertigstellung war im Dezember 1985. Die Erweiterung der „Neuen Schule“ erfolgte bereits 20 Jahre später durch einen An- und Umbau und wurde im Laufe des Schuljahres 2004/2005 vollendet.

Von der neu erstellten Heizzentrale werden die Turnhalle, das neu errichtete Feuerwehrgerätehaus sowie das komplette Schulgebäude beheizt.

Heute präsentiert sich die Gemeinde Postau mit einem Einwohnerstand von 1653 Einwohnern und einem Gemeindegebiet von fast 35 Quadratkilometern. Voll ausgebaute Gemeindestraßen verbinden die 22 Gemeindeteile untereinander. Die durch das Gemeindegebiet führenden Kreisstraßen LA 10 und LA 4 sowie die Staatsstraße 2041 und die Nähe zur BAB A 92 mit direktem Anschluß sorgen für eine gute Verkehrsanbindung.

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