Aus der Geschichte von Unholzing

Der Name für Unholzing wird in mehreren einschlägigen Schriften auf einen im Donaugau öfter genannten Unholz zurückgeführt. Wann der Ort gegründet und an St. Emmeram und St. Peter in Regensburg gefallen ist, kann nicht nachgewiesen werden, doch wissen wir daß Güter in Unholzing von dort durch Bischof Erchanfrid zwischen 847 und 860 gegen Güter in Paindlkofen an das Kloster St. Quirinus in Tegernsee eingetauscht wurden.

Da die Tauschurkunde unter Anwesenheit König Ludwigs und mit seiner Lizenz erstellt wurde, wird angenommen, daß Unholzing Königsgut gewesen sein könnte. Diese Meinung wird noch bestärkt, weil bei einem späteren Tausch einiger Unholzinger Güter zwischen Ellinrat - einer Konkubine König Arnulfs - und St. Emmeram in Regensburg Konrad I. 914 ebenfalls eine königliche Bestätigung ausstellte. Solche Tauschgeschäfte waren damals gang und gäbe, wobei es sich aber meist nicht um den ganzen Ort, sondern nur um einzelne Güter gehandelt hatte. So waren also One wie Unholzing vom Besitz her an verschiedene Herrschaften vergeben, die ihre Güter wiederum weiterverliehen. Auch das Kloster Rohr finden wir mit Besitzungen vom 12. bis 15. Jahrhundert hier vertreten. Auf die Tegernseer Besitzverhältnisse geht die Widmung der Dorfkirche an Quirinus, den Tegernseer Klosterheiligen zurück.

Bald wurde in Unholzing der Einfluß der Landshuter Herzöge immer großer. Schon 1295 soll Herzog Otto dem Abt von Tegernsee hier eine Vogtei genommen haben. Der Landshuter Anspruch stieg vor allem im 14. Jahrhundert, wobei etliche Unholzinger in Landshut als Ratsherren füngierten.

1581 wurde Unholzing zur Hofmark ernannt und dem Adam Vetter von der Gilgen, Pfleger von Mainburg und bayerischer Hofratspräsident, gleichzeitig mit der Einöde Einaich zugeeignet. Da Vetter 1582 auch die Hofmark Oberköllnbach kaufte und seinen Besitz um Armannsberg, Pram, Gerabach und anderen Ortschaften erweiterte, war Unholzing auf weitere Zeit vor allem mit den Besitzern von Oberköllnbach verbunden. Dem Adam Vetter folgte als Herr durch Einheirat Ladislaus von Törring 1692.

Nun war die schreckliche Zeit des 30-jährigen Krieges (1618-1648), der Oberköllnbach, Hofberg und Grießenbach nachweislich durch den Schwedeneinfall schwer schädigte. Sicher wird auch Unholzing von Plünderungen und Brandschatzungen nicht verschont geblieben sein.

Nach Kriegsende erwarb den gesamten Besitz der Graf von Haunsberg, dessen einzige Tochter Maria Febronia 1700 den Grafen Leopold von Arco heiratete, so daß die Arco auch Hof'marks- und Gerichtsherren von Unholzing wurden, woran das Arco'sche Wappen in der zwischen 1735 und 1740 erbauten jetztigen Dorfkirche erinnert. Der Besitz der Hofmark durch die Oberköllnbacher Herrschaft schloß jedoch nicht aus, daß die Beziehungen und auch die Verpflichtungen zum Kloster Tegernsee weiter bestanden. Die jährlich zu zahlenden Abgaben durch bestimmte Höfe mußten allerdings ab 1903 an das Rentamt Rottenburg geleistet werden.

Ausgehend von der französischen Revolution und ausgelöst durch die Umordnung durch Napoleon wurden nämlich die verwaltungsmäßigen Strukturen auch in Bayern geändert. Die Gerichts- und Steuerbezirke wurden neu geordnet, die Klöster aufgelöst, politische Gemeinden entstanden. Diese erste „Gebietsreform" brachte natürlich eine Reihe von Schwierigkeiten in Übereinstimmung von Steuerdistrikt, Pfarrei und Schulsprengel. 1833 wird Unholzing als eigene Gemeinde geführt und 1835 lesen wir,daß Unholzing aus,, 9Gütl, 4 Höfe,13 Familien" bestehe.

Die adelige Gerichtsbarkeit bestand zwar zunächst als „Patrimonialgerichtsbarkeit" weiter, wurde aber 1848 endgültig aufgelöst. Gerichtsbarkeit und Polizeigewalt gingen an den Staat über. Die letzteren Abhängigkeiten waren nun auch von der Gemeinde Unholzing gefallen, bis es 1971 als Vorstufe der jetztigen Gebietsreform Bestandteil der Gemeinde Postau und 1978 mit dieser Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wörth a.d. Isar wurde.

Das wohl bedeutendeste historische Bauwerk der Ortschaft Unholzing ist die Quirirnskirche,ein ländliches Kleinod der Kirchenbaukunst. Schon nachweislich seit 1438 gehörte Unholzing zur Pfarrei Moosthann und somit auch zu dem 1492 gestifteten Inkuratbenefizium Postau als Filialkirche. Die Monumenta Boica - eine Sammlung über frühere bayerische Geschichte - berichten über eine Kirche in Unholzing im 12. Jahrhundert. Bei den Ausschachtungsarbeiten für die Erneuerung des Bodenpflasters 1975 wurden Grundmauern einer früheren Kirche gefunden. Als 1976 der rechte Seitenaltar zur Renovierung abgebaut und der schadhafte Verputz am unteren Teil des Turmes und des Altarraumes entfernt wurde, kamen Mauerreste eines früheren Gebäudes zum Vorschein. Sie lagen erheblich tiefer als der jetztige Bau. Möglicherweise sind dies die Reste der Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

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